geschrieben von Helmut Kersten
Seit 1995 ehrt der Landessportbund Berlin (kurz LSB) die Absolventen des Deutschen Sportabzeichens, die ihre Schwimmfertigkeit, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination wenigstens 25 Mal unter Beweis gestellt haben.
Nun zum besseren Verstehen – wie eine Verleihung vonstattengeht.
Als Erstes erhält jeder, der geehrt werden soll, eine persönliche Einladung mit einem Partner seiner Wahl.
Bereits beim Einlass in den großen Saal des LSB (Nähe Olympiastadion) ist es, als wenn man voller Spannung in die Weihnachtsstube eingelassen wird.
In mehreren Reihen nebeneinander und hintereinander waren die Tische mit Blumen und unterschiedlichen Dekorationen liebevoll geschmückt. Jeder Gast hatte freie Platzwahl. Auf dem Tisch lag eine umfangreiche Getränkekarte. Unmittelbar darauf erschien ein freundlicher Ober im passenden Outfit, der die Gäste nach ihren Getränkewünschen befragte. Da sich viele ältere Teilnehmer bereits seit Jahren kannten – entweder vom Sportplatz her bzw. von vergangenen Ehrungen –, war vom ersten Augenblick an der Kontakt mit seinem Platznachbarn bzw. mit denen, die vis-à-vis saßen, garantiert.
Pünktlich um 19.00 Uhr begrüßte als Erste die Vizepräsidentin des LSB, Claudia Zinke, die Gäste. Als höchster Repräsentant folgte dann der Präsident des Landessportbundes, Thomas Härtel, der auf die Wichtigkeit des Sports hinwies und allen Jubilaren des heutigen Tages – es waren insgesamt 53 Sportabzeichenbewerber – seine Gratulation aussprach.
Danach erfolgte die Ehrung – beginnend mit denen, die das Sportabzeichen zum 25. Mal erworben hatten. Insgesamt waren es neun Gruppen (siehe am Ende des Berichts), die immer im Abstand von fünf Jahren aufgerufen wurden. Ein Teilnehmer hatte tatsächlich seine 65. Ehrung (!) erhalten. Jeder der zu Ehrenden wurde einzeln auf die Bühne gebeten und u. a. vom LSB-Präsidenten Thomas Härtel ausgezeichnet und beglückwünscht. Es war bereits im Voraus abzusehen, dass die Gesamtzeit dieser Zeremonie sich stark in die Länge ziehen würde.
Damit das Ganze aber für die Gruppe der Anwesenden nicht zum Langweiler wird, gab es zwischendurch ein Rahmenprogramm. Schwerpunkt in diesem Jahr war die jugendliche Tanzgruppe Ahorn im Polizei-SV, die dem Publikum moderne und klassische Tänze vorführte.
Alle neun bis zwölfjährigen Tänzer (siehe Bild) waren in ihrem Sport schon „alte Hasen“ und vielfache Meister auf regionaler und nationaler Ebene. All ihr Dargebotenes wirkte auf uns als absolut perfekt.
In diesem Jahr war ich wieder einmal dran und wurde für mein 55. Sportabzeichen geehrt. Jeder erhielt bei der Ehrung eine Urkunde und ein mit der bestimmten Zahl eingraviertes goldenes Lorbeerblatt. Einen Extrapreis (wie Sportbeutel und Trinkpott mit LSB-Emblem) gab es für diejenigen, die zum 50. Mal und mehr geehrt wurden. Die Dame rechts neben mir, die ich so freundschaftlich um die Schulter fasse, ist Claudia Fietkau, eine ehemalige Fußballspielerin, die heute als fleißige Fee in der Sportabzeichenstelle wirkt, um dort alle erforderlichen Arbeiten bei erfolgreich absolviertem Sportabzeichen erledigt und dann jedem seine Leistungen per Urkunde bestätigt. Rechts neben Claudia befindet sich die ehemalige Vizepräsidentin und jetziges Ehrenmitglied Gabriele Wrede.
Zum Abschluss des Abends gab es noch ein Buffet vom Feinsten. Hier hat der LSB keine Kosten gescheut. Vom edlen Fischgericht bis hin zum ausgewählten Fleischsortiment war alles mit entsprechenden Beilagen vorhanden. Sogar unsere Veganer fanden das, was ihr Herz begehrte. Alles Angebotene entsprach höchster Gourmet-Qualität!
Da ich fast 38 Jahre lang Uniformträger war (so zum Beispiel beim Bundesgrenzschutz (kurz: BGS) und bei der Berliner Feuerwehr), sammelte ich von Anfang an die großen Sportabzeichen für die jeweilige „Ausgehuniform“. Die restlichen Sportabzeichen erwarb ich noch nach meiner Pensionierung hinsichtlich des Komplettierens von der Ausgabestelle für Sportabzeichen. Zum Schluss platzierte ich dann alle in chronologischer Reihenfolge und befestigte sie auf einem Brett, welches nunmehr bei mir in meinem Zimmer hängt, wo sich auch alle meine anderen Medaillen und besonderen Ehrungen befinden. Ergänzt habe ich das Ganze noch mit meinem „Lehrabzeichen“ der DLRG, welches ich seinerzeit als Ausbilder an der Feuerwehr-Schule ablegen musste – damit die Lehrgangsteilnehmer in der Grundausbildung die Möglichkeit hatten, ihren Rettungsschwimmer (in Bronze bzw. Silber) zu erwerben. Ein besonderer Hingucker – besonders bei den Mitarbeitern vom LSB – war mein erstes Sportabzeichen, welches ich beim BGS erwarb. Es handelt sich hierbei um das alte „Reichssportabzeichen“, welches damals noch üblicherweise verliehen wurde.
Nun noch etwas zum Animieren – für alle etwas Statistik
Im Jahre 2025 erwarben in „Gesamt-Berlin“ 15.939 das Sportabzeichen – davon waren 2.648 Erwachsene und 13.291 Kinder & Jugendliche. Deutschlandweit gab es 2024 – 550.368 Absolventen –, leider lag bis zur Veröffentlichung die Zahl von 2025 noch nicht vor.
Abschließend an dieser Stelle möchte ich zumindest alle unsere jugendlichen Mitglieder im Polizei-SV dahingehend motivieren, möglichst früh auf „Breitensportbasis“ für das Sportabzeichen zu trainieren. Später ist es immer schön, einmal in seine alten „Prüfbögen“ zu blicken, welche Leistungen man in den vielen Jahren – und in den unterschiedlichsten Disziplinen – erbracht hat.
Helmut Kersten







