Abteilung Leichtathletik

EUROPEAN MASTERS ATHLETICS CHAMPIONSHIPS 2019

om 5. – 15. September 2019
Austragungsorte: Jesolo – Caorle – Eraclea

Notwendige Anmerkungen

 von WOLF-DIETER GIESE

noch immer ein sommernaher Monat. Also hatte ich etwas anders vor, als schon wieder „um die Wette“ zu gehen. Angemessen lange war ich standhaft gegen eine Teilnahme bei dieser EM.
Aber dann: Nachdem bekannt war, dass unser Hotel dicht am Strand lag, habe ich beschlossen mitzumachen.

Bei 10 und 20 km Road Walk. Also gab es doch vier Geher vom PSV, nämlich Ursula, Patrick, Bernd O. und ich (andere Sportler von PSV waren nicht am Start). Mitgenommen wurde mein Bruder Rainer als Kameramann. 

Nun aber „easy“ nach Venedig Airport Marco Polo. Per Taxi ging es weiter nach Eraclea, dem Veranstaltungsort, in dem die Geherstrecke lag. Und jetzt der Hammer:  unser vom Cheforganisator Bernd ausgesuchtes Hotel lag zentimetergenau neben der Wettkampfstrecke .Am Abend großes Ess-Treffen der schon anwesenden Sportler bei guter Stimmung.

Tag 2 begann mit dem EMAC-Bus zur Akkreditierung nach Jesolo. Ungewohnte, unbürokratische, schnelle 

Abfertigung mit allem was dazu gehört. Nach Rückkehr zum Hotel verabredeten wir uns zu einer kleinen Trainingseinheit, auch zum Kennerlernen der Strecke (Rundenlänge ungefähr 1,4 km!). Rainer war den ganzen 

Tag allein in Venedig (Neid).

Tag 3: 10 km bei schönstem Sonnenschein und reichlich Verzögerung vor dem Start. Das Ewige hin und her führte dazu, dass wir drei auf einmal am Ende des umfangreichen Starterfeldes waren und entsprechend spät über die Startlinie gehen konnten. Also, alle Gegner vor uns (Bernd war in einer natürlichen Mannschaft gemeldet, Patrick war in seiner AK gemeldet, ich war auch in einer natürlichen Mannschaft). Italien war von der Teilnehmeranzahl bestens besetzt. Bei mir hatte es ziemlich lange gedauert bis ich den einen oder anderen auf Tuchfühlung hatte. Aber es fühlte sich wie ein guter Wettkampf an. Im Ziel offenbarte sich bei meiner Uhr eine Zeit, wie ich sie seit Langem nicht mehr gegangen bin. Leider sagte das Navi auch, dass die Strecke 400 m zu kurz war. Dennoch, mein Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Bei Bernd ist die Mannschaft leider geplatzt (ein Teilnehmer trat nicht an), sein Einzelergebnis in einer sehr stark besetzten Klasse (Platz 16) war beachtenswert. Patrick ging sehr stilvoll und holte mit der Mannschaft Bronze und im Einzel Platz 14. Beim danach durchgeführten Wettkampf der Frauen, schied Ursula leider aus. Trotzdem war abends wieder gute Stimmung bei uns und den anderen Teilnehmern.

Tag 4:  Lange geplant war der Venedig-Trip zusammen mit meinem Bruder Rainer. Busfahrt für exorbitant wenig Fahrgeld in einem Luxusbus durch schöne Landschaften in rund einer Stunde nach Venedig (auch das war ein Grund für meine Teilnehme an der EM). Es war ein bemerkenswerter Tag .

Tag 5: (Kein Wettkampf) Ich glaube ich war viel am Strand. Andere von uns auch bei 20° C Wassertemperatur. Ich war oft im Wasser bei meinen langen Strandwanderungen. Rainer war schon wieder in Venedig.

Tag 6: 20 km, alles wie gehabt, jedoch noch mehr Verzögerung und sonstige Imponderabilien (unter anderem k. o. der Zeitnahme). Wie viele Runden gehen wir heute? Irgendwann die Ansage: eine mehr als immer gesagt, oder doch nicht? Tatsächlich ging es doch mal los. Bernd war in einer natürlichen Mannschaft am Start, ich auch (mit einem Neuling). Abgesehen von dem Favoriten in meiner AK waren einige Gegner auf dem Rundkurs mehrmals zu sehen (positiv betrachtet). Ich fühlte mich wieder gut. Das Einzelergebnis von Patrick war der 10 Platz. Bernds Mannschaft platzte leider, Einzelergebnis mit super Zeit, Platz 11. Ursula war nicht am Start. 

Die Siegerehrungen für alle waren zeitlich festgelegt. Daraus ergab sich ein gewisses Freizeitgefühl, Geselligkeit inbegriffen, für die, die den Wettkampf schon beendet hatten. Es stand gerade alles auf dem Tisch, direkt an der 

Strecke zum Anfeuern der anderen Teilnehmer. Da höre ich zufällig, wie entgegen aller Verlautbarungen zur Siegerehrung aufgerufen wurde. Von da an ging bis zum Nachmittag alles durcheinander. Folge, keiner war so richtig da, kein Einzelsieger, keine kompletten Mannschaften, fast nur ich. Der Höhepunkt war zu guter Letzt, dass die Medaillen für die Mannschaften angeblich gestohlen wurden. Ergo, Ehrungen nur mit geliehenen Medaillen. 

Der Veranstalter versprach sie nachzusenden.
Übrigens, die Strecke war dieses Mal 600 m zu lang

Nachdem ich (wir), das irgendwie abgehakt hatten, zerstreuten sich alle, denn man sollte sich wieder im ewig gleichen Restaurant zum Abschied treffen. Ab an den Strand und ab ins Wasser, Rainer und ich. Für das Essen wollten wir beide was Neues erleben. Also, ein Gang durch den Ort und wir erlebten wieder etwas Bemerkenswertes. In einem Hotel mit schickem Terrassenrestaurant wurde echt bayrisch Oktoberfest gefeiert. Paulaner, Hendl, Grillhaxe, alles war da. Prima Stimmung, nicht zu vergessen, es war der 14. September. Alle Gäste warenItaliener, die soffen wie die in München. Wir waren bescheidener, hatte aber trotzdem alles. Im Hinblick auf unseren Heimflug nächsten Tag verkürzten wir unseren Einsatz in der heimischen Atmosphäre.

Ciao Venetien

PS: Meine Geh- und Mannschaftskollegen in meiner AK waren Peter Schumm, Felix Maier und Ottmar Seul. 

Alle haben sich sehr über unsere Ergebnisse gefreut, wie ich.