Abteilung Leichtathletik

2018 World Masters Athletics Championships

vom 4. bis 16. September in Malaga (Costa del Sol, Spanien)

Anmerkungen von Wolf-Dieter Giese – in ziemlich eigener Sache.

5 Geher vom PSV hatten vor, sich mit Sportlern aus aller Welt zu messen (zumindest versuchen kann man es; olympisch betrachtet).

Ursula Herrendoerfer, Bernd O. Hölters, Uwe Tolle, Günter Evertz und ich hatten für Wettkämpfe über 10 und 20 km gemeldet, Günter Evertz für 5000 m.

Bernd hatte schon fast ein Jahr (!) vorher Hotel- und Flugmöglichkeiten recherchiert. Für die Entschlossenen reichlich Zeit zum orientieren (und sparen). Für Bernds Mühe, wie immer viel Lob. Unser Hotel war wieder ein Treffer. Zentral gelegen, nicht weit zur Altstadt und Picasso und Co., der Überseehafen gleich um die Ecke. Manchmal fühlten wir uns nur wie Touristen.

Günters Wettkampf über 5000 m fand am Anfang der WM statt. Wegen seiner frühen Abreise sah man sich leider nicht, da wir vier später anreisten.
Der erste Wettkampf war das 10 km-Gehen, aufgeteilt in verschiedene Altersklassen (AK) über den ganzen Tag verteilt. Die Strecke war recht interessant und führte über Straßen am Hauptstadion vorbei und zum Schluss gab es zwei knackige Runden im Stadion zum Ziel. Gefühlt waren alle Gehrichter/innen im Stadion und überall. Die Zuschauerresonanz an der Strecke war erfreulich, auch im Stadion. Hier fanden gleichzeitig Spring- und Wurfwettbewerbe statt. Und so ging es aus: Einzelsiege für Deutschland gab es nicht L.

Bei den Mannschaften in den einzelnen AK waren die Erfolgsaussichten größer. Jedoch in meiner AK waren zwar drei Teilnehmer gemeldet, Peter Schumm, Karl-Heinz Schroeder und ich. Aber wer ist Karl-Heinz? Kommt er überhaupt? Keiner hat ihn gesehen! Er war dann doch da, sehr kurz (!) vor dem Start. Der Wettkampf sollte eine taktische Angelegenheit werden, auch im Hinblick auf den späteren 20 km Wettbewerb. Also keine vorschnellen Aktionen und keinesfalls die Gehrichter/innen „reizen“. Anstrengend war es trotzdem bei ortsüblichen Temperaturen. Lange nach Zielankunft begannen die Siegerehrungen der AK-Mannschaften. Viele kamen mannschaftlich nicht ins Ziel. Die Gehrichter/innen lauerten überall. Für die, die es geschafft hatten, bangen und hoffen. Die Frau von Peter, unserem Mannschaftsprimus, spielte ständig ergebnisorientiert mit ihre Smart-Phone. Peter selbst dribbelte nervös durch die Gegend, Karl-Heinz sah gelangweilt aus (oder cool?) und ich? Ich sage nichts. Dann eine Mitteilung: Die Mitfavoriten aus Italien waren Zweiter und wir?

Auf einmal war ich Weltmeister mit der Deutschen Mannschaftzusammen mit Peter und Karl-Heinz, unfassbar. Dieses Mal haben wir drei mitgesungen. Mein Einzelergebnis war einvierter Platz(nicht so schlecht für eine WM). Uwehatte Pech mit der Mannschaft, Berndhatte keine Mannschaft. Aber alle hatten hervorragende Einzelergebnisse in sehr starken AK. Ursulaschied aus taktischen Gründen aus.
Bis zum Wettkampf über 20 km hatten wir Zeit für Picasso und Co. In der Altstadt. Also wurden auch wir Touristen mit allem Drum und Dran.

Die Streckenführung beim Zwanzigerwar die Gleiche nur eben doppelt so lang. Angesagt war noch mehr Taktik, weil der Sieger des Zehners in meiner AK nicht am Start war. Eine Mannschaft in meiner AK gab es nicht. Also „nur“ zwei bekannte schnelle Leute? Aus Deutschland Peter Schumm und ein Tscheche. Am Start hatte ich zufällig den Tschechen dicht vor mir. Wir gingen lange zusammen, er führte immer, bis km 15. Dann zog er leicht an und baute sich einen moderaten Vorsprung auf, den ich leider nicht abbauen konnte. Trotzdem hätte mir diese Platzierung gefallen. Was ich nicht wusste, dass ein Unbekannter aus Kanada vor mir unterwegs war. Der, wie sich später herausstellte, „platt“ war und im Ziel unerkannter Weise 15 m vor mir lag.
Jemand meinte, dass ich mir meine Gegner vorher ansehen sollte, recht hat Sie.
Egal – wieder ein vierter Platz. Peter war so gut, dass er gewinnen durfte, vor dem Tschechen. Einziger Einzelsieg für Deutschland. Uwe und Berndwie immer mit guten Einzelergebnissen, Ursula wurde mit der Mannschaft Weltmeisterin und war die Schnellste in ihrer Mannschaft.  

Irgendwann war das Sportliche für alle vorbei. Was nun? Die, die ihren Wettkampf beendet hatten, trafen sich (welch ein Zufall) in einer Sportsbar gleich gegenüber dem Stadion. Schön in der Sonne oder unterm Schirm, wie Urlaub. Man lernte neue Sportler kennen und hatte zunächst nur das Thema „Sport“. Diese Nebensache wurde bald wirklich zur Nebensache J. Ich geriet so in eine illustre Runde, etwas später (im Nachhinein gut so), hatten doch die Probanden als ich eintraf alle ein „San Miguel“ vor sich (es war nicht das Erste). Gegen Morgen mahnte ich in bester Stimmung zum Aufbruch. Am wirklichen Morgen danach waren wir noch einmal zusammen frühstücken. Die Gespräche begannen zögerlich und hypothetisch: 4 Liter? 3 Liter? Ich nicht, ich kam ja später. Malaga salud.

In der Nationenwertung wurde Deutschland hinter dem Gastgeber Spanien und hinter Großbritannien Dritter.
(Es gäbe noch etwas zu sagen. Das schreibe ich aber nicht. Wer es unbedingt wissen will, soll mich fragen.)